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Wichtigste Begriffe kompakt erklärt

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CCBS - Climate, Community and Biodiversity Standard

Der CCBS ist ein Zusatzstandard im Bereich der freiwilligen Kompensation. Er wird nur in Kombination mit anderen Standards und vor allem bei Projekten in der Forst- und Landwirtschaft angewandt. Im Fokus steht der Gesamtnutzen des betrachteten Klimaschutzprojektes. Neben der Untersuchung der Klimawirkung liegt ein besonderer Fokus auf dem Erhalt der Artenvielfalt und der sozialen Konsequenzen des Projekts in der jeweiligen Region.

CDM - Clean Development Mechanism

Der CDM zählt zu den projektbezogenen flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls. Unter dem CDM können sog. Annex I-Staaten - Industriestaaten, die im Annex I des Kyoto-Protokolls gelistet sind - in Entwicklungsländern Klimaschutzprojekte durchführen und für die resultierenden Einsparungen Emissionsgutschriften erhalten. Diese werden als Certified Emission Reductions (CERs) berzeichnet. Jedes CER entspricht einer Tonne eingespartem CO2-Äquivalent und kann auf die Kyoto-Zielvorgaben angerechnet werden.

CO2e - CO2-Äquivalente

Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial in CO2-Äquivalente umgerechnet.

EU-Emissionshandel - EU-ETS

Der EU-ETS ist ein EU-weites System zur Erfassung und Begrenzung von Treibhausgasemissionen in den Sektoren Industrie und Energiewirtschaft. Er ist ein markt- und mengenbasiertes Instrument, dessen Ziel es ist, die europäischen Treibhausgasemissionen auf kosteneffiziente Weise zu reduzieren. Es fußt auf dem Cap-and-Trade-Prinzip: Alle Anlagen oder Luftfahrzeugbetreiber, die über das EU-ETS reguliert werden, müssen für jede Tonne CO2e, die sie emittieren, Emissionsberechtigungen abgeben. Diese Berechtigungen werden auch als Zertifikate oder EU-Allowances (EUA) bezeichnet. Ein Zertifikat berechtigt zum Ausstoß einer Tonne CO2e.

EU-Lastenteilung

Europäisches Klimaschutzinstrument, das die Sektoren abdeckt, die nicht unter den EU-ETS fallen; mit der sog. Lastenteilungsverordnung werden für jeden EU-Mitgliedsstaat ein nationales Minderungsziel sowie jährliche Emissionsbudgets für die Jahre 2021 bis 2030 festgesetzt. Diese bemessen sich am jeweiligen BIP pro Kopf des Staates.

Fairtrade Klimastandard

Der Fairtrade-Klimastandard bietet sog. Fairtrade Carbon Credits an, um Emissionen zu kompensieren. Mit den Einnahmen der Zertifikate werden u. a. Prämien für Fairtrade-Produzenten finanziert, die diese für Klimaanpassungsprojekte verwenden können.

Globale Bestandsaufnahme

Im Rahmen der globalen Bestandsaufnahme wird alle fünf Jahre überprüft, wo die Staatengemeinschaft in puncto Emissionsminderung, Klimaanpassung und Klimafinanzierung steht. Hierdurch soll der Fortschritt bei der Erreichung der Ziele des Weltklimavertrags untersucht werden. Die globale Bestandsaufnahme findet erstmals in 2023 statt. Sie wird jeweils zwei Jahre vor der Vorlage der neuen Klimabeiträge durch die Vertragsstaaten durchgeführt.

Gold Standard

Der Gold Standard ist ein Qualitätsstandard für Klimaschutzprojekte. Er wurde vom WWF und anderen Umweltverbänden erarbeitet. Der Standard legt zusätzliche soziale und ökologische Kriterien fest, die auf eine nachhaltige Entwicklung abzielen. Es werden nur Projekte zertifiziert, bei denen die lokale Bevölkerung einbezogen wurde. Gold Standard-Projekte sind als sehr hochwertige Projekte einzustufen.

Governance-System

Die EU-Mitgliedsstaaten werden durch die sog. Governance-Verordnung dazu verpflichtet, nationale Klima- und Energiepläne zu erstellen. Diese mussten erstmals zum 31. Dezember 2019 vorgelegt werden. Bis zum 15. März 2023 und danach alle zwei Jahre muss jeder Staaten einen Fortschrittsbericht vorgelegen. Dieser wird von der EU-Kommission bewertet. Die EU-Kommission kann den Mitgliedsstaaten Empfehlungen aussprechen, um deren Ambitionsniveau zu steigern. Zeichnet sich eine Verfehlung der Klima- und Energieziele der EU ab, so kann die EU-Kommission weitere regulatorische Maßnahmen auf EU-Ebene erlassen.

Klimaneutralität

Klimaneutralität bedeutet, dass nur so viele Treibhausgase ausgestoßen werden dürfen, wie durch Treibhausgassenken wieder aus der Atmosphäre entzogen werden können. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei, wenn möglich auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzt wird.

Plan Vivo

Projekte nach dem Plan Vivo Standard zielen vor allem darauf ab, ländliche Gemeinschaften beim Management ihrer natürlichen Ressourcen zu unterstützen. Der Fokus der Projektaktivitäten, aus denen die Zertifikate generiert werden, liegt auf der (Wieder)Aufforstung, der vermiedenen Entwaldung, der Agroforstwirtschaft und dem Erhalt und WIederaufbau von Wäldern. Die Dorfbewohner, die die entsprechenden Projekte umsetzen, erhalten Zahlungen für die realisierten Ökosystemleistungen.

Social Carbon

Social Carbon ist ein Zusatzstandard, der mit anderen gängigen Standards (z. B. CDM, Verified Carbon Standard) bei unterschiedlichsten Projekttypen (z. B. Wasserkraft, Brennstoffwechsel, Aufforstung) kombiniert werden kann. Neben der CO2-Einsparung wird bei der Zertifizierung der zusätzliche Beitrag des Projekts zur langfristigen nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Region geprüft. Hierbei werden u. a. die Auswirkungen des Projekts auf die Biodiversität, die natürlichen Ressourcen und die Bevölkerung sowie die sozialen und finanziellen Folgen bewertet.

Treibhausgase

Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs),  perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW/PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3)

Treibhausgasbilanz

Eine Treibhausgasbilanz bzw. ein Carbon Footprint gibt die aggregierten Treibhausgasemissionen eines Unternehmens (Corporate Carbon Footprint - CCF), eines Produktes (Product Carbon Footprint - PCF), eines Individuums oder sogar einer ganzen Nation wieder. Bei der Erstellung einer Treibhausgasbilanz werden alle klimarelevanten Gase (siehe oben) erfasst. Die Emissionen der einzelnen Treibhausgase werden in sogenannten CO2-Äquivalenten (CO2e) angegeben.

Treibhausgassenken

Durch natürliche oder künstliche Treibhausgassenken kann CO2 der Atmosphäre entzogen werden (sog. Negativemissionen).

Zu den natürlichen Senken zählen z. B. Böden, Wälder und Ozeane. Bei künstlichen Senken wird unterschieden zwischen Technologien, bei denen bereits in der Atmosphäre vorhandenes CO2 entnommen wird (z. B. Direct Air Capturing) und Technologien, bei denen CO2, das noch nicht in der Atmosphäre ist, entzogen wird (z. B. CCS und CCU).

VCS - Verified Carbon Standard

Der VCS ist ein weit verbreiteter freiwilliger Standard zur Treibhausgaskompensation. Es können Projekte aus verschiedensten Bereichen wie z. B. Erneuerbare Energien, Forstwirtschaft, Energieeffizizienz oder Landwirtschaft zertifiziert werden. Die Projekte müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Sie müssen z. B. zusätzlich und unabhängig geprüft sein. Die erzielte Emissionsminderung muss real, dauerhaft, konservativ geschätzt und messbar sein. Die Zertifikate, die durch VCS-Projekte generiert werden, werden als Verified Carbon Units (VCUs) bezeichnet.

Weltklimavertrag

Der Weltklimavertrag ist seit dem 04. November 2016 in Kraft. Das Abkommen ist als globale Strategie für den Umgang mit dem Klimawandel und seinen Folgen zu verstehen. Es zielt darauf ab, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zudem soll die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erhöht und Finanzmittel für die Finanzierung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsaktivitäten bereitgestellt werden.

Das Abkommen verpflichtet alle Staaten, ambitionierte nationale Klimaziele festzusetzen und Maßnahmen zu deren Umsetzung zu ergreifen. Die Ziele sollen erstmalig im Jahr 2020 vorgelegt werden und anschließend im Fünf-Jahres-Rhythmus fortgeschrieben werden. Hierbei muss das Ambitionsniveau der Beiträge jeweils steigen. Ab 2023 findet alle fünf Jahre eine globale Bestandsaufnahme statt, in deren Rahmen die Fortschritte der Staatengemeinschaft überprüft werden.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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