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VCMI formuliert Leitlinien für eine glaubwürdige Nutzung von Emissionsgutschriften

Die Voluntary Carbon Market Integrity Initiative (VCMI) hat am 07. Juni 2022 einen vorläufigen Claims Code of Practice (auch Claims Code) für die glaubwürdige und freiwillige Nutzung von Emissionsgutschriften durch Unternehmen und andere nichtstaatliche Akteure veröffentlicht. Ziel der VCMI ist es, sicherzustellen, dass Märkte zur freiwilligen Kompensation von Emissionen einen signifikanten und positiven Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens leisten.


Der Code soll Unternehmen dabei unterstützen, über ihre Fortschritte auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen zu berichten. Beispielsweise soll er für Transparenz bei der Verwendung von Begriffen wie Netto-Null, klimaneutral und klimapositiv sorgen.


Der Claims Code baut auf Konsultationen der VCMI zur glaubwürdigen Nutzung von Emissionsgutschriften sowie auf den Anforderungen anderer führender Klimaschutzinitiativen (z. B. Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard des GHG Protocol und Science Based Targets Initiative) auf.


Die VCMI schlägt einen mehrstufigen Prozess vor, den Unternehmen einhalten sollten, um glaubwürdige Aussagen über die Verwendung von Emissionsgutschriften machen zu können.


In einem ersten Schritt sollen Unternehmen gewisse Grundvoraussetzungen schaffen. Dazu zählen u. a. die Festlegung von Zwischenzielen für die Emissionsreduzierung und eine öffentliche Verpflichtung, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen in den Scopes 1, 2 und 3 zu erreichen. Zudem sollten hochwertige Emissionsgutschriften gekauft werden, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen, um als glaubwürdig gelten zu können. So sollten die Gutschriften nach einem anerkannten und glaubwürdigen Standard zertifiziert sein, der transparente und unabhängige Verfahren u. a. zur Verifizierung und Überwachung der erzielten Emissionsminderungen bietet. In einem letzten Schritt ist eine transparente Berichterstattung über die Verwendung von Emissionsgutschriften wesentlich. Die Unternehmen sollen z. B. mittels öffentlich zugänglichen jährlichen Nachhaltigkeitsberichten darlegen, wie viele Gutschriften gekauft und stillgelegt wurden. Es sollen u. a. der Zertifizierungsstandard, das Gastland, der Projekttyp und das Jahr der Gutschrift angegeben werden.


Ein Unternehmen kann dann nach dem Claims Code mit Gold, Silber oder Bronze durch unabhängige Dritte ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung eines Unternehmens hängt dabei von den Fortschritten bei der Erreichung seiner spezifischen Klimaziele für ein bestimmtes Jahr ab. Es spielt ebenfalls eine Rolle, zu welchem Anteil das Unternehmen seine verbleibenden Emissionen durch Emissionsgutschriften ausgleicht.


Zwischen Juni und August 2022 werden ein Praxistest mit Teilnehmenden aus der Wirtschaft sowie eine öffentliche Konsultation durchgeführt. Der VCMI beabsichtigt bis Ende 2022/Anfang 2023 einen finalen Claims Code herauszugeben, der auf den Ergebnissen des Praxistests und der Konsultation aufbaut. Für 2025 ist bereits eine vollständige Überarbeitung des Claims Code geplant.


> Claims Code of Practice

> Website der VCMI




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