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Second-Hand-Konzepte im Aufwind

Nach der Studie „Fashion on Climate“ von McKinsey und der NGO Global Fashion Agenda ist die Modeindustrie weltweit für rund 2,1 Mrd. t CO2 verantwortlich. Für 2030 wird ein Emissionslevel von ca. 2,7 Mrd. t CO2 prognostiziert, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden.


Minderungspotentiale bestehen nicht nur in klassischen Maßnahmen wie z. B. dem Umstieg auf Erneuerbare Energien oder Energieeffizienzsteigerungen. Auch durch den Wiederverkauf oder das Aufarbeiten getragener Kleidungsstücke lässt sich deren Lebensdauer verlängern und das Müllaufkommen reduzieren. Zugleich wird die Nachfrage nach neuen Modeartikeln und damit einhergehend neuen Materialien verringert. Nach der Studie können alleine durch zirkuläre Geschäftsmodelle 143 Mio. t CO2 und durch das Sammeln und Recyceln von Kleidungstücken 18 Mio. t CO2 eingespart werden.


Immer mehr Warenhäuser und Online-Ketten bieten eine Rückgabe getragener Kleidungsstücke an und nehmen Second-Hand-Mode in ihr Sortiment auf und leisten hierdurch einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Emissionsminderung in der Modeindustrie:


Das Modehaus Breuninger bietet beispielsweise an, getragene aber gut erhaltene Designerklamotten bestimmter Marken kostenfrei einzusenden. Der Kunde bekommt daraufhin ein Angebot vom Partnerunternehmen Buddy&Selly. Bestätigt er das Angebot, wird das Geld überwiesen. Alternativ erhält der Kunde eine Geschenkkarte, die in den Breuninger Warenhäusern oder auch online eingelöst werden kann. Die Second-Hand-Artikel werden von Buddy&Selly über Anbieter wie z. B. Vite en Vogue oder Marktplätze wie ebay veräußert. Artikel, die nicht angekauft werden, werden je nach Wunsch des Kunden entweder zurückgesandt oder an die Deutsche Kleiderstiftung gespendet.


Auch die Modekette C&A hat unter dem Titel „We Take It Back“ ein Textilsammelprogramm initiiert. Für jedes eingesandte oder vor Ort abgegebene Paket mit gebrauchter Kleidung, Schuhen, Heimtextilien oder auch Accessoires erhalten die Kunden einen 10%-Gutschein. Die Artikel werden in Second-Hand-Geschäften weiterverkauft, die Erlöse gehen an eine karitative Einrichtung. Artikel, die nicht weiterverkauft werden können, werden z. B. zu Dämmmaterialen oder Reinigungstüchern verarbeitet. Bei dem Rückgabekonzept kooperiert C&A mit den Unternehmen PACKMEE und TEXAID.


Der Online-Händler Zalando bietet in seinem Shop explizit sog. „Pre-owned-Fashion“ an. Über die App „Zalando Zircle“ können Kunden getragene Kleidungsstücke entweder an Zalando oder an andere Nutzer der App verkaufen. Bis 2023 sollen mindestens 50 Mio. Second-Hand-Artikel verkauft werden. Auch die Shopping-Plattform „About You“ veräußert in der Kategorie „Second Love“ Second-Hand-Produkte. Diese stammen von Kooperationspartnern wie z. B. Vite EnVogue und Mädchenflohmarkt.




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